Nieheim-Oeynhausen (red). Fenster und Türen sollten geschlossen gehalten werden im Raum Nieheim wegen eines Biogas-Austritts. Am Mittwochvormittag ist es im Kompostwerk der Kompotec in Nieheim-Oeynhausen zu einem Großeinsatz der Feuerwehr gekommen. Aus einem der neu errichteten Behälter sind offenbar Gärsubstrat und Biogas ausgetreten, was in der Umgebung zu einer erheblichen Geruchsbelästigung geführt hat. Die Freiwillige Feuerwehr Nieheim wurde gegen 8.30 Uhr alarmiert und rückte gemeinsam mit mehreren Löschgruppen aus den umliegenden Ortschaften an. Unterstützung erhielten die Einsatzkräfte unter anderem durch zusätzliche Atemschutzgeräte, die von der Kreisleitstelle in Brakel angefordert wurden und von einem Gefahrengutzug aus Beverungen. „Es stinkt fürchterlich“, schilderte ein Augenzeuge die Situation vor Ort. Auch die Warn-App NINA Warn-App informierte die Bevölkerung in Nieheim und dem benachbarten Steinheim über den Vorfall.
Die Anwohner wurden vorsorglich aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Laut Warnmeldung sei es nach einem Defekt an einer Biogasanlage zum Austritt von Gärsubstrat und Biogas gekommen. Nach ersten Angaben wurde bei der Havarie niemand verletzt. Auch eine akute Gefahr für die Bevölkerung besteht nach Einschätzung der Behörden derzeit nicht. Dennoch dauert der Einsatz an: Vor Ort wird versucht, den weiteren Austritt der Gülle mit Kompostmaterial einzudämmen. Neben der Feuerwehr sind auch der Rettungsdienst des Kreises Höxter sowie Führungskräfte des Kreises im Einsatz. Unterstützt wird die Lagebewältigung durch spezielle Fahrzeuge und Ausrüstung, darunter ein Wechselladerfahrzeug mit Abrollbehälter für Atemschutz. Das betroffene Werk gehört zur Eggersmann Gruppe und wird aktuell umfassend modernisiert. Für einen zweistelligen Millionenbetrag entsteht in Nieheim-Oeynhausen ein Energiewerk, das Bioabfälle durch Vergärung in Biomethan umwandeln soll. Ergänzt wird das Konzept durch erneuerbare Energiequellen wie Windkraft und Photovoltaik. Die genaue Ursache für den Austritt ist derzeit noch unklar und Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Foto: Screenshot NINA