Brakel (red). Die Regionalgruppe der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadt- und Ortskerne tagte am 14. November in Brakel. Auf der Tagesordnung stand neben Berichten aus dem Steuerkreis und den Mitgliedsstädten auch das Modellvorhaben „Smart, 3D Historisch“. Im Rahmen der Sitzung wurden auch der langjährige Vorsitzende und ehemalige Bürgermeister der Stadt Brakel, Hermann Temme, sowie der zum Jahresende ausscheidende stellvertretende Vorsitzende, Bernd Zimmermann, offiziell verabschiedet. Zu seiner Nachfolgerin und somit neuen stellvertretenen Vorsitzenden wurde Julia Gogrewe, Baudezernentin der Stadt Höxter, gewählt.
Der Vorsitzende der Regionalgruppe OWL, Torben Blome (Bürgermeister der Stadt Lügde), stellte nach der Sitzung klar heraus, wie wichtig der Austausch der Kommunen auf Augenhöhe sei. „Alle 60 Mitgliedskommen haben ihre eigene Identität und individuelle Vielfalt“, so Blome. Der ländliche Raum müsse sich auch zukünftig und über die Grenzen von OWL hinaus behaupten können. Daher spiele auch die Digitalisierung eine immer größere Rolle. Die 3D-Stadtmodelle optimieren die kommunalen Planungen, beim Bauen, Standortmarketing, Wirtschaftsförderung oder auch beim Denkmalschutz und bilden so eine interkommunale Plattform in OWL, erläutert der Regionalgruppenvorsitzende. Die Städte Brakel, Detmold, Lemgo, Minden, Rheda-Wiedenbrück und Rietberg seien als Pilotkommunen der Regionalgruppe ins Rennen gegangen. Ziel dieses innovativen Projektes sei es, das umfangreiche Gedankengut zu den historischen Stadt- und Ortskernen für jedermann digital erlebbar zu machen. „Die Kommunen werden hier ganz klar voneinander profitieren“, so Blome, denn der „3D-Zwilling“ sei auch auf andere Städte übertragbar. An den Regionalgruppensitzungen der Arbeitsgemeinschaft nehmen regelmäßig auch Vertreter der Bezirksregierung Detmold, des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung NRW sowie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) teil. „Gerade die Bezirksregierung ist für unsere Arbeitsgemeinschaft ein wichtiger Partner in Sachen Städtebauförderung, um die eigenen Interessen sichtbar zu können“, ergänzte Bernd Zimmermann (technischer Beigeordneter der Stadt Bad Salzuflen). Denn so können die vorhandenen historischen Schätze erhalten bleiben und auch zukünftig weiterentwickelt werden. Markus Beier, Bürgermeister der Stadt Lemgo und Vorstandsmitglied im Netzwerk Stadtentwicklung, sieht gerade in dem engen und kollegialen Austausch der Mitgliedskommunen einen Mehrwert. Das Netzwerk Stadtentwicklung diene dem interkommunalen Erfahrungs- und Wissensaustausch, Synergien können dabei genutzt werden. Der Erfahrungsaustausch unterstütze die Mitglieder bei den vielfältigen Aufgabengebieten und besonderen Anforderungen an den Erhalt des kulturellen Erbes sowie die behutsame und zukunftsorientierte Weiterentwicklung. Die neu gewählte stellvertretende Vorsitzende, Julia Gogrewe, stellte klar heraus, wie wichtig der Wissenstransfer der Mitgliedskommunen untereinander sei. „Wir können so viel voneinander lernen und dabei knappe Ressourcen bestmöglich nutzen“, teilte die Baudezernentin der Stadt Höxter mit. Auch Brakels Bürgermeister, Alexander Kleinschmidt, sieht in der Regionalgruppe ein starkes Netzwerk. Gerade durch den kontinuierlichen Erfahrungsaustausch mit den anderen Kommunen über Herausforderungen, Fördermöglichkeiten und Lösungen zur Erhaltung der historischen Stadt- und Ortskerne, können die Mitgliedskommunen stark voneinander profitieren.
Foto: Stadt Brakel