Kreis Höxter (red). Die Diskussion um die zukünftige Form der Seelsorge und die damit verbundenen Strukturen der Katholischen Kirche im Dekanat Höxter bewegt derzeit viele Menschen. Vor diesem Hintergrund haben die Heimatpfleger des Kreises Höxter dem Dekanatsteam ein Papier mit Anregungen und Bedenken zum laufenden Transformationsprozess im Erzbistum Paderborn übergeben. Das Dekanat Höxter hat dazu nun Stellung genommen.
Dekanat versteht sich als Bindeglied
Das Dekanat betont, es verstehe sich als Bindeglied zwischen den Kirchengemeinden vor Ort und dem Erzbistum Paderborn. Zu seinen Aufgaben gehöre es, Anliegen, Sorgen und Anregungen aus den Gemeinden aufzunehmen und an die zuständigen Stellen weiterzugeben. Das Papier der Heimatpfleger sei daher an die Bistumsleitung des Erzbistums weitergeleitet worden.
Mit der Weiterleitung sei nach Angaben des Dekanats jedoch keine Bewertung oder Übernahme der darin formulierten Positionen verbunden. Vielmehr sehe das Dekanat die Anregungen als Beitrag zum weiteren Austausch im Transformationsprozess. Die angesprochenen Themen würden in der Region unterschiedlich wahrgenommen.
Veränderungen lösen Fragen aus
Dem Dekanat zufolge sei bekannt, dass Veränderungsprozesse Verunsicherung auslösen können. Dahinter stehe häufig eine tiefe Verbundenheit mit Kirche, Gemeinde und Heimat. Gerade dort, wo über Jahre und Jahrzehnte kirchliches und caritatives Leben gestaltet, Gebäude erhalten und Vermögen aufgebaut worden seien, entstünden Fragen nach der künftigen Verantwortung und den Gestaltungsmöglichkeiten vor Ort.
Diese Fragen seien Teil des Transformationsprozesses und würden vom Erzbistum mit Respekt bedacht. Kirchengebäude seien für viele Menschen weit mehr als Immobilien. Sie seien Orte des Glaubens, der Erinnerung, der Gemeinschaft und der lokalen Identität. Deshalb würden mögliche Veränderungen sorgfältig geprüft und unter Einbeziehung der Betroffenen beraten.
Rückgang der Katholiken und weniger Personal
Gleichzeitig weist das Dekanat Höxter auf die Herausforderungen hin, vor denen die Katholische Kirche in der Region steht. Die Zahl der Katholiken im Dekanat Höxter sei in den vergangenen 20 Jahren um ein Drittel gesunken. Parallel dazu hätten sich die Wahrnehmung und der Stellenwert von Glauben und Kirche in der Gesellschaft verändert.
Auch die Zahl der Priester und pastoralen Mitarbeitenden werde in Zukunft entsprechend sinken. Hinzu kämen eingeschränkte finanzielle Handlungsspielräume. Vor diesem Hintergrund seien tiefgreifende Veränderungen notwendig, um kirchliches Leben im Erzbistum Paderborn und besonders im ländlichen Raum auch künftig verlässlich gestalten zu können.
Der Transformationsprozess des Erzbistums ziele darauf ab, tragfähige und zukunftsfähige kirchliche Orte und Strukturen zu schaffen. Menschen sollten weiterhin mit dem Evangelium verbunden und Gemeinschaft im Glauben ermöglicht werden. Dieses Ziel unterstütze das Dekanat Höxter.
Ehrenamt soll künftig stärker prägen
Ziel sei es, möglichst viel vor Ort zu erhalten und zugleich neue Formen des Engagements unter veränderten Bedingungen zu ermöglichen. Glaube und Gemeinschaft sollten auch künftig in den Städten, Dörfern und Ortsteilen der Region gelebt werden können.
Die Zukunft der Kirche werde nach Einschätzung des Dekanats deutlich stärker als bisher von ehrenamtlich engagierten Menschen geprägt sein. Diese benötigten Unterstützung, Qualifizierung, Begleitung und Handlungsspielräume. Dafür müssten Ressourcen, Verantwortung und Entscheidungsbefugnisse möglichst nah an die Orte des kirchlichen Lebens gegeben werden.
Wie die konkreten Formen des kirchlichen Lebens innerhalb des künftigen Seelsorgeraums Höxter aussehen werden, könne heute noch nicht vollständig beantwortet werden. Vieles werde sich gemeinsam mit den Menschen vor Ort entwickeln. Die vorgesehenen Beteiligungsprozesse sollten nicht nur informieren, sondern konkrete Impulse und Erfahrungen aus den Gemeinden in die künftige Gestaltung einbringen.
Bereits heute werde an vielen Orten im Kreis Höxter sichtbar, dass Menschen Verantwortung übernehmen, neue Initiativen entstehen und kirchliches Leben unter veränderten Bedingungen lebendig gestaltet werde. Diese Erfahrungen machten Mut für den weiteren Weg. Das Dekanatsbüro werde den Prozess weiterhin konstruktiv begleiten, die Anliegen der Menschen vor Ort einbringen und zugleich Verantwortung für die Zukunftsfähigkeit kirchlichen Handelns übernehmen.
Für Herbst 2026 plant das Dekanatsteam weitere Gespräche mit allen Interessierten in den sieben Pastoralen Räumen. Diese Form der Beteiligung soll 2027 fortgesetzt werden, um die anstehenden Fragen und Herausforderungen gemeinsam konstruktiv und realistisch anzugehen.
Die Zukunft der Katholischen Kirche im Dekanat Höxter werde durch die Menschen gestaltet, die ihren Glauben leben, Gemeinschaft gestalten und Verantwortung übernehmen. Darauf setze das Dekanat Höxter auch für die kommenden Jahre.

Foto: Dekanat Höxter