Brakel (red). Der Auszug der Lobeprozession von der Pfarrkirche St. Michael sowie der Abmarsch des Bürger-Schützen-Bataillons vom Marktplatz erfolgen um 09.30 Uhr am Sonntag, 19. Juni 2022 zur Gedenkstätte "Sudheimer Linde". Dort folgen der Dankgottesdienst und das Salutschießen. Mit dieser Lobeprozession zur Sudheimer Linde wird an einer Begebenheit gedacht, die sich ereignete, als die Schweden im 30jährigen Krieg vor den Toren Brakels lagen und die Stadt zu stürmen drohten.

Bürgermeister Hermann Temme, Oberst Karl-Heinz Neu und Pfarrer i.R., Geistlicher Rat Wilhelm Koch freuen sich, dass die jahrhundertealte gute Tradition der Lobeprozession der Stadt Brakel nach drei Jahren wieder stattfinden kann.

„Wie gewohnt, werden wir der Prozession vorausmarschieren und sie an der Sudheimer Linde empfangen. Nach der Heiligen Messe feuern unsere Salutschützen drei Salutsalven ab“, führt der Oberst der Brakeler Bürgerschützen, Karl-Heinz Neu aus.

Der Kern der Prozession ist die Sage vom „Wundersamen Ritter von Brakel“. Pater Ewald hat sie in seiner „Geschichte der Stadt Brakel“, wie folgt beschrieben:

„Während des Dreißigjährigen Krieges nahmen die Bürger der Stadt Brakel einst mit Angst und Schrecken wahr, daß der Sudheimerberg in der Nähe der Stadt ganz schwarz von feindlichen Kriegern war, die sich dort gelagert hatten. Nach den Fähnlein zu schließen, waren es Schweden. Da ertönte die Bürgerglocke. Wer die Waffen tragen konnte, griff zum Schwerte oder zur Lanze. Mutig zog die Wehr dem Feinde entgegen, nachdem sie in ihrer Not um die Hilfe des mächtigen Schutzpatrons der Stadt des Hl. Michael, angefleht hatten. Kaum hatten sie jedoch das Stadttor hinter sich, als sie an der Spitze ihres Zuges einen Ritter erblickten, der hoch auf einem weißen, feuersprühenden Rosse sitzend, die drohend erhobene Lanze schwang und dessen Rüstung von Gold und Silber strahlend, fast die Augen blendete. Als der Zug an der über den Nethefluß führenden Sudheimberbrücke anlangte, wo ein Kreis von alten Linden steht, war der Feind spurlos verschwunden, - aber auch der Wunderritter. Dieser konnte nach Meinung der frommen Bürger unmöglich kein anderer gewesen sein, als der Erzengel Michael, der Schutzpatron der Stadt.

Foto: Stadt Brakel